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Stille Nacht, heilige Nacht - Andacht am Heiligabend

In diesem Jahr fand zum ersten Mal in der Kirchengemeinde Bad Oeynhausen am Heiligabend um 15 Uhr eine Andacht statt, da der bisherige Veranstaltungsort für die vielen Interessierten zu klein geworden war. Der Kinderchor KiCHer aus dem Kirchenbezirk Herford mit ihren Eltern und Lehrerinnen hatten eingeladen, um die Geschichte der Entstehung des weltbekannten Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“ zu erzählen.

Zum Auftakt der Feierstunde kamen die Kinder das Lied singend in deutscher, französischer, englischer und türkischer Sprache zum Altar. Eine besondere Variante des Liedes war die der Gebärdensprache. Es wurde berichtet, dass das Lied „Stille Nacht“ rund um die Welt in ca. 330 Sprachen gesungen wird. 

Musikklänge zur Gitarre

Man erzählt sich das am Weihnachtsabend 1818 die Orgel in Oberndorf/Österreich kaputt ging. Es musste nun eine neue Melodie her, die man zur Gitarrenbegleitung singen konnte. Josef Mohr hatte bereits 1816 ein Gedicht geschrieben, das Franz Gruber nun vertonte. So erklang in derselben Nacht im Gottesdienst das Lied „Stille Nacht“ gesungen vom F. Gruber und vom J. Mohr, welcher es auch auf der Gitarre begleitete.

Bereits 1820 wurde das Lied von der Sängerfamilie Strasser entdeckt und sie trugen es weiter bis nach Russland und in die USA. 1836 wurde es in ein Liederbuch an Volksschulen für den Musikunterricht und 1990 in ein evangelisches Gesangbuch aufgenommen. 2011 schließlich wurde es in Österreich in die Liste des Immateriellen UNESCO-Kulturerbes übernommen. 

Weihnachtsfriede 1914

Während des 1. Weltkrieges, im Jahr 1914 kam es an einigen Abschnitten der Westfront, vor allem in Belgien zwischen Deutschen und Briten zu spontanen Verbrüderungen. Man kennt es unter dem Namen Weihnachtsfrieden. Das christliche Bewusstsein von Weihnachten und das Fest der Nächstenliebe veranlasste die Soldaten in den Schützengräben das Lied „Stille Nacht“ zu singen und schon bald hörte man, auf der anderen Seite der Front die Antwort „Silent night, holy night“.

Eigentlich ist das Lied als Wiegenlied geschrieben worden. Es ist aber auch für trostbedürftige Menschen ein Weltfriedenslied. Es drückt die Sehnsucht nach Frieden, nach einer Welt ohne Hass, Neid, Missgunst, Mord und Krieg und nach Licht aus, welches in den Herzen der Menschen Liebe entzündet. 

Welt ohne Weihnacht?

Ein weiterer Höhepunkt der Feierstunde war der Vortrag des Liedes „Welt ohne Weihnacht“. Zum Weihnachtsfest 1947 schrieb Hans-Herman Philipsen in russischer Gefangenschaft ein Protestgedicht gegen die russische Gottentfremdung, die man den Soldaten „eintrichtern“ wollte. Dieses Gedicht wurde im Jahr 2016 von Dirk Pfau vertont und von den Kindern vorgetragen. „Welt ohne Weihnacht? Wie arm und leer, Welt ohne Weihnacht, wie öd das wär. Welt ohne Weihnacht, Welt ohne Gott. Welt ohne Hoffnung, wie kalt und tot. Belasst uns den Glauben an’s ewige Licht…“

Zum Abschluss dieser besonderen Stunde, wurde von allen Teilnehmern und Zuhörern, begleitet vom Musikensemble, Klavier und Orgel eine alte Fassung des Liedes mit seinen sechs Strophen gemeinsam gesungen. In Gedanken hat man sich dabei mit allen Menschen rund um die Welt verbunden gefühlt, die sicherlich auch am Heiligabend dieses Lied angestimmt haben.

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