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Ein Tag für Alltagshelden

Die Gemeinde der neuapostolischen Kirche in Bad Oeynhausen beteiligte sich am 3. Freiwilligentag des Bündnisses für Familie am 23. September 2017 mit einer Einladung zu Kaffee und Kuchen. Die Einladung sollte ein kleines Dankeschön für ehrenamtliches Arbeiten sein und gleichzeitig eine Chance für gute Gespräche und Erfahrungsaustausch eröffnen.

 

Bündnis Familie und Ehrenamt Bad Oeynhausen

Vertreten waren sowohl die ehrenamtlich tätige Vorsitzende des Bündnisses Familie Frau Marion Gauert (hauptberuflich die Leiterin der Schule am Weserbogen in Bad Oeynhausen) als auch die Ehrenamtsbeauftragte der Diakonischen Stiftung Wittekindshof Sandra Pollex mit etlichen Begleitern, die aus ihrer Arbeit berichteten. Allein in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof mit circa dreitausenddreihundert festangestellten Mitarbeitern, die etwa zweitausendsechshundert Bewohner betreuen, arbeiten vierhundert ehrenamtliche Helfer in unterschiedlichsten Aufgaben je nach eigener Neigung des Helfers wie z.B. Fußballspielen, vorlesen, Würstchen grillen, Spiele spielen oder Fahrdienste versehen.

Hospizarbeit in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof

Aus seiner Arbeit im Hospizkreis des Wittekindshofes in Bad Oeynhausen berichtete der Koodinator und Diakon Michael Lilienkamp mit weiteren zwei Mitarbeitern, die hauptberuflich als Krankenpfleger arbeiten und zusätzlich als ehrenamtliche Sterbebegleitung dienen. Die Sterbebegleiter geben Menschen mit handicap Nähe und Trost in der letzten Lebensphase. Dazu gibt es Befähigungskurse, um Menschen in Begleitung zu schulen, Reflexionsabende, Supervisionen oder nach Bedarf auch psychologische Hilfen. Ein Mitarbeiter schilderte seine Motivation, den sterbenden Menschen zu helfen so, dass Menschen mit Behinderungen manchmal direkter und offener seien. Eine Krankenschwester engagiert sich jeweils dann, wenn sie weiß, dass sie die diensthabenden Pfleger unterstützen kann und spürt, dass ein sterbender Patient sie braucht.

Ökumenischer Hospizkreis und Trauercafé Wüstenrose

Anwesend waren auch der Ökumenischer Hospizkreis im Diakonischen Werk Bad Oeynhausen und das Trauercafé Wüstenrose in der Wicherngemeinde Bad Oeynhausen. Die Koordinatorin Frau Anne-Meike Thöne mit ihren Begleiterinnen berichtete, dass das Trauercafé bereits seit 12 Jahren angeboten wird.Es öffnet immer an Sonntagnachmittagen, weil es die einsamste Zeit eines Trauernden ist. Hier finden sich gut ausgebildete Begleiter, die gut zuhören können und bereit sind, ein gewisses Nichtstun auszuhalten. Es sei wichtig, den Trauernden anzuhören, den Schmerz zu teilen ohne Ratschläge oder gutgemeinte Hinweise. Bedauert wurde, dass für Menschen mit Migrationshintergrund es häufig nicht vorstellbar sei, sich Hilfe von außen zu holen. Allerdings könne es befreiend für trauernde Angehörige sein, sich über die Leidenszeit, die Krankheiten oder den plötzlichen Tod eines geliebten Menschen äußern zu dürfen. In manchen Fällen würde auch zu professioneller, psychologischer Hilfe geraten. 

Trauerbegleitung – Lebensbejahung

Einhellig war die Meinung aller ehrenamtlichen Helfer, dass Trauerbegleitung und Hospizarbeit bereichernde Erfahrungen bieten. So sei es immer die intensivste Lebensphase eines Menschen, wenn man Menschen verabschieden müsse. Jeder Mensch würde in dieser Zeit an sich selbst wachsen und dies böte die Herausforderung, sich mit der eigenen Endlichkeit zu befassen. Eine Erfahrung sei auch, dass es in der Endphase des Lebens immer ein Urvertrauen auf ein Getragensein des Sterbenden gebe, auch ohne ein klares Bekenntnis zum christlichen Glauben.